Vollentsalzer

Der Vollentsalzer im Zweisäulensystem besteht aus einer Kationenaustauschersäule und einer Anionenaustauschersäule.

Die Anionenaustauschersäule wird immer hinter der Kationenaustauschersäule geschaltet, da dieser nur mit Kationen freiem Wasser betrieben werden sollte.

Durch den Einsatz eines Vollentsalzers werden alle gelösten Salze entfernt.
Die Leitfähigkeit des vollentsalzten Wassers sinkt auf ca.10µS/cm Leitfähigkeit, das entspricht ca. einem drittel Grad Gesamthärte (1° GH= ca.30µS/cm).

Für die Vollentsalzung wird das stark sauere Kationenharz und entweder schwach basisch oder Stark basisches Anionenharz verwendet. (Je nach Anwendungsbereich)

Der nachgeschaltete Anionenaustauscher unterscheidest sich zwischen zwei Variaten:

Der schwach basische Anionenaustauscher

Der Schwach basische der die so genannten schwachen Säuren wie Kohlensäure und Kieselsäure nicht aus dem Wasser entfernt findet seine Anwendung in der Süßwasseraquaristik und eignet sich hervorragend zur Herstellung von Zuchtwasser selbst anspruchsvoller Fische wie z.B. der Diskus.

Der pH- Wert des entsalzten Wassers ist leicht sauer (pH- Wert von ca. 5,5- 6,0 ).

Wird das Wasser Belüftet oder über eine Nacht stehengelassen,
steigt durch ausgasen der Kohlensäure, der pH- Wert auf etwas über PH 6.0.
Durch zufügen von aufhärtesalz kann mit diesem Wasser jeder beliebige Wert im Aquarium eingestellt werden.

Der stark basische Anionenaustauscher

Mit dem stark basischen Anionenaustauscher erhalten Sie reines VE Wasser, da dieser Anionenaustauscher auch die Kohlensäure und die in der Merrwasseraquaristik unerwünschte Kieselsäure bzw. das Silikat entfernt,

Die Wirkungsweise ist die gleiche wie bei einem Mischbettvollentsalzer.

Meist wird ein Vollentsalzer in der Variante stark/stark zusätzlich hinter eine Osmoseanlage geschaltet, hier erhalten sie dann reinstwasser da die Osmoseanlage auch zusätzlich Produkte wie Hormone, Medikamenten Rückstände entfent.
Das VE Wasser ist ein Ideales Wasser für das Meerwasseraquarium da Silikat verantwortlich für den Kiesel- und Schmieralgenwuchs ist.

Hier finden sie Passende Osmoseanlagen

Wie funktioniert ein Vollentsalzer?

Die in unserem Wasser befindlichen Ionen unterscheidet wir zwischen den positiv und den negativ geladenen Ionen.

Die positiv geladenen Ionen bezeichnet man als Kationen.
Diese Kationen z.B. Calcium, Magnesium und Kalium, werden vom Kationenaustauscher gegen Wasserstoffionen (H+ -Ionen) austauscht.

Die negative geladenen Ionen bezeichnet man als Anionen.
Anionen sind zum Beispiel Chlorid, Nitrat und Phosphat.
Der Anionentauscher tauscht Anionen gegen Natriumionen (OH- -Ionen).

Betrachtet man das ganze zusammen wird aus den H+ -Ionen und den OH- -Ionen nichts anderes als reinstes Wasser H2O.
Die Kapazität des Vollentsalzers wird in Härtelitern (HL) angegeben.
Ein Vollentsalzer mit 1 Liter Harzvolumen verfügt über eine Aufnahmekapazität von 4500 HL, dass entspricht bei einer Wassergesamthärte (GH) von 15° Wasserausbeute von ca. 300 Liter vollentsalztem Wasser.

Rechnung:
4500 HL / 15° GH = 300 Liter VE Wasser

Nachdem der Vollentsalzer erschöpft ist, kann dieser immer wieder regeneriert werden.
Die Lebensdauer der Harze beträgt ca. 10 Jahre.
Regeneriert wird der Kationenaustauscher mit einer ca. 8%-iger Salzsäurelösung (HCI) und der Anionenaustauscher mit einer 3- bis 5 %-iger Natronlaugelösung (NaOH)
Regenerieren das heißt man muss wieder die H+ – und die OH- -Ionen in die Vorratskammern der Kunstharzkügelchen packen und die in den Harzkügelchen eingelagerten Na+ -, Mg+ -, Cl- -Ionen wieder herausholen. Kurz gesagt die H+ -Ionen führt man durch Salzsäure (HCl) und OH- -Ionen durch Natronlauge (NaOH) hinzu.

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